Was ist eine Patina bei Münzen

  • Die Patina ist eine Schicht, die aus den Verwitterungsprodukten der Oberfläche, Sedimentation von Schwebteilchen der Luft (Staub, Aerosolen) sowie den chemischen Reaktionsprodukten dieser Stoffe entsteht:

    • Ölbilder patinieren, weil der Firnis, der neu tunlichst farbneutral-transparent ist, durch Oxidation vergilbt (davon leitet sich die italienische Bezeichnung ab). Für die Farbwirkung des Bildes ist das störend.
    • Eine Skulptur, die den Einflüssen des Wetters ausgesetzt ist, erhält durch die chemischen oder korrosiven Einflüsse eine einzigartige, oft sehr attraktive Oberfläche. Hier ist die Patina gewünscht, solange sie nicht unansehnlich ist.
    • Wandmalereien sind starker Patinierung ausgesetzt. Ein besonderes Problem ist das am Fresko, weil durch dessen Herstellungsprinzip im Laufe der Zeit nach der Farbschicht auch die Patina mit einsintert.
    • Sie lässt sich also unter Umständen nicht mehr entfernen, ohne das Fresko (bzw. seinen Schutz) zu zerstören.

    Die Patina gilt als Beweis für das Alter eines Objekts. Das hat zwei Auswirkungen:

    • in der Restaurierung
    • Patinierung als künstliche Alterung.


    Witterungsbedingtes Entstehen

    Natürliche Patina entsteht allmählich an der Atmosphäre unter der Einwirkung von Stoffen (CO2, SO2 und dergleichen, in Meeresnähe auch Chloriden), die neben Wasserdampf in der Luft enthalten sind.

    Die Farbe der Patina ist neben den Umwelteinflüssen auch von der Zusammensetzung des Metalls abhängig, was bei Verwendung unterschiedlicher Legierungen an einem Objekt zu unerwünschten Effekten führen kann:

    Das ab 1989 rekonstruierte Reiterstandbild auf dem Deutschen Eck in Koblenz zeigte bei seiner Aufstellung noch eine einheitliche, künstlich erzeugte Patina, durch die unterschiedliche Zusammensetzung der für die einzelnen Gussteile verwendeten Bronze veränderte sie sich jedoch mit der Zeit so, dass die Einzelteile heute verschieden gefärbt und deutlich zu unterscheiden sind. Ein weiteres Beispiel für witterungsbedingte Kupferpatinierung ist die Freiheitsstatue, ebenso sind viele kupfergedeckte Kirchtürme grün dank Patina.



    Patina an Gold und Silber

    Das Patinieren von Glanzvergoldung und -versilberung unterscheidet sich von anderen Metallpatinae:

    Die natürliche Patina, insbesondere von Gold, lässt sich künstlich kaum herstellen, aber weder Gold noch Silber dürfen angelöst werden.

    Daher lassen sich Metallbelegungen nur in öliger Technik patinieren.

    Angewendet wird das in der Restaurierung bei der Ausbesserung einer Vergoldung, wo die frische Oberfläche übermäßig aufdringlich wäre.



    Künstliches Erzeugen

    Die Patina lässt sich künstlich durch Patinieren herstellen. Hierzu gibt es unterschiedliche Verfahren. Man kann das Kupfer

    • zusammen mit einer Schale mit Salzsäure und Marmor (Kohlendioxid-Entwicklung) längere Zeit unter eine Glasglocke stellen.
    • abwechselnd zwölf Stunden lang in zehnprozentige Ammoniumsulfatlösung tauchen und an der Luft trocknen lassen.
    • mit einer Lösung, die 13 Gramm Salmiak und 6 Gramm Kleesalz auf einen Liter Wasser enthält, bestreichen.
    • mit einer Lösung aus Schwefelleber (Kaliumpolysulfid) in Wasser bestreichen. Es bildet sich schwarzes Kupfer(II)-sulfid.

    Bei der historischen Patinierung von Dachdeckungen finden sich zahlreiche Rezepturen, so etwa mit Pferdegülle (Uratbildung).



    Weitere Metallpatina


    Für Eisenlegierungen gibt es die Methode des Brünierens, bei der eine dunkle Schicht über das Metall gelegt wird, um es zu schützen oder ihm ein antikes Aussehen zu geben.

    Aluminium kann man durch Bestreichen mit Öl, zum Beispiel Leinöl oder Olivenöl, und anschließendes Erhitzen auf bis zu 400 °C bräunlich patinieren.