Frugalismus - Ein Thema für Euch?

  • Begriffserklärung:

    + sparsam (engl. frugal)

    + sparsam nicht im Sinne für eine Neuanschaffung

    + Verantwortungsbewusstsein allg. über ökol. Zusammenhänge

    + Lifestyle Konsumverhalten

    + Ziel: finanz. Unabhängigkeit

    + nicht asketisch, vielmehr bewusst leben

    + vereinfacht = brauche ich das oder nicht (Konsumfrage)

    + indiv. Entsch. und folgender Einfluss auf unsere Gesellschaft


    Persönlich: Ich sehe mich nicht als Frugalist und werde auch keiner, da das Ziel "Vorruhestand" für mich nicht erreichbar ist. Dazu verdiene ich zu wenig. Aber die Einstellung sparsam zu leben und sinnvoll mit Geld und Ware umzugehen, halte ich für existentiell in unserer Gesellschaft. Jeder kann in meinen Augen sparen. Ob es dann für eine vernünftige Rente reicht, steht auf einem ganz anderen Blatt. Primär verstehe ich diese Philosophie, in der man sich Gedanken macht über sinnvolle oder -lose Ausgaben im tägl. Leben und diese dann auch umsetzt, so weit dies möglich ist, ganz individuell.

    Positives Bsp.: Mein Arbeitsweg beträgt 12km und ich fahre mit Fahrrad zur Arbeit, auch im Winter. Ich habe Kollegen, die für 4km ins Auto steigen. Jeden Tag...

    Positives Bsp.: Mein Smartphone ist jetzt sechs Jahre alt und funktioniert immer noch...

    Negatives Bsp.: Ich bin Raucher und verbrenne jeden Tag sinnlos Geld, ganz zu schweigen von der Gesundheit. (Bitte keine Belehrung. Ich weiß, dass das Selbstmord ist.)


    Fazit: Ich sehe jeden Tag in meiner Umwelt extreme Verschwendung und mache mir Gedanken über den Sinn. Und ich lebe nicht in einer "wohlhabenden" Gegend. Auch psychologische Gründe lassen sich nicht negieren. Das "vorgelebte" Weltbild der Industrie, des Mainstreams oder einfach nur der Nachbar macht deutlich, dass Menschen viel Geld für Äußerlichkeiten ausgeben. Damit ist nicht die Hygiene gemeint. Vielmehr und hauptsächlich Dinge, die jeder sehen kann und soll, damit das eigene Ego "aufpoliert" wird.

    1)Markenkleidung? Selbst Kinder sehen heutzutage schon aus wie Litfaßsäulen. Überall Namen bzw. Marken.

    2)Autos in Großstädten? (Nicht alle, aber ein Großteil)

    3)Smartphones up to date?

    4)Bequemlichkeiten im Alltag?

    5)fehlende Selbständigkeit bei kleinsten, alltägl. Dingen unserer jungen Generation


    Sehe ich das falsch? Wie steht ihr dazu?



    100 Dinge - Frugalismus - Könige der Sparfüchse - Frugalisten - Altersarmut ade




    Gute Vorsätze mit Frugalismus - 2019 - Neues Jahr - Neues Glück - Frugalisten leben achtsamer


    Einmal editiert, zuletzt von slywalker ()

  • Zunächst einmal herzlichen Dank für das neue Thema.

    Auch ich möchte sagen: ja und nein :-)


    Erst gestern habe ich meinen Kleiderschrank entmistet und zwei Müllsäcke alter Klamotten zum Container gebracht.


    Ich sehe mir gerne Beiträge über Minimalismus und Frugalismus an (z.B „Gute Nachrichten“ auf youtube: einfach mal aufschreiben, für was man alles Geld ausgibt und wie viel

    YouTube


    Ich bin Vegetarier (aus ethischen Gründen) und bevor ich etwas Neues kaufe, denke ich zwei Mal nach und stelle mir die Frage:

    Brauche ich das wirklich?


    Ich nutze kein Smartphone, wohl aber ein Handy von dm.

    Ökologisch ist auch das nicht.

    Höchstens sparsam.


    Dennoch bin auch ich kein Frugalist.


    Dazu habe ich zu viel Familie ;-) und zu viel Weg zur Arbeit.

    Und für die finanzielle Unabhängigkeit verdiene auch ich viel zu wenig.

    Ich denke da eher an die nächste „Krise“; wirtschaftlich, jobtechnisch oder einfach an den kommenden TÜV in zwei Wochen.

    Dafür spare ich.


    Das Thema Auto ist mit Frugalismus m.E. überhaupt nicht zu vereinen.

    Was das kostet, ein Gerät, das meistens vor der Tür steht.

    Der Wahnsinn!


    Ich habe einen Toyota Yaris, den ich sehr gebraucht gekauft habe.

    Jedes Mal, wenn ich zu dem Händler vor Ort fuhr, wollte der mir gleich einen neuen andrehen.

    Deswegen fahre ich da jetzt gar nicht mehr hin.


    (Mal ganz abgesehen davon: gibt es bei euren Autohändlern eigentlich noch gebrauchte Autos für unter 10.000 Euro? Mir scheint, auch da gab es eine Veränderung.)


    Noch dazu werden die Neuen so gebaut, dass du für jeden Glühbirnenwechsel erstmal den halben Motor ausbauen lassen musst.


    Ich würde gerne aufs Auto verzichten und mit dem Fahrrad fahren, muss aber im Monat 2500 km allein zu meinen diversen Arbeitsplätzen zurücklegen.

    Mit dem Rad wird das bestenfalls schwierig.

    ( … hm, es sei denn, ich verzichte aufs Schlafen...dann könnte es klappen)


    „Verantwortungsbewusstes ökologisches Denken“ ist mit dem Thema EM auch nur schwer zu vereinen, wenn man sich mal genauer anschaut, wie Gold und Silber „gewonnen“ werden.

    Das ist jetzt nicht gerade ökologisch.

    Vom Thema „Imperialismus“ ganz zu schweigen.

    Auf vielen Münzen glitzert uns da eine Königen entgegen, von der ich jetzt nicht viel halte... eher ganz im Gegenteil.

    (Ja, auch ich habe Maple Leaf. Wie gesagt: Ich bin kein Frugalist.)


    Ich sehe es aber so: wenn wir eine glaubwürdige Währung hätten, eine humane Wirtschaft und tatsächlich „Ehren-werte“ Politiker (da wäre doch beinahe mein PC abgestürzt), müsste ich mich nicht um einen Inflationschutz bemühen, der meine Familie und mich hoffentlich etwas absichert.



    Für mich sieht es so aus, dass der eine oder andere sich Gedanken darüber macht, wie er in einer wegbröselnden Welt zurecht kommt.

    Das „Nichts“ greift um sich - radikal und mit Macht – und diejenigen, die noch bis drei zählen können, versuchen, darin irgendwie zu überleben.


    Frugalismus, Sparen und EM sind da, denke ich, ein ziemlich guter Ansatz.


    Dann hätte ein Arbeitskollege von mir keinen Kredit aufnehmen müssen, um einen plötzlichen Getriebeschaden bezahlen zu können.

    Nur mal so als Beispiel.


    Euch einen schönen Sonntag.


    LG M

  • Bei uns ist das ein Thema, aber nicht ausschließlich. Wir leben sparsam soweit es sich vereinbaren lässt.


    Dementsprechend benötigt von uns keiner jedes Jahr das neueste IPhone, wofür auch? Selbst den Fernseher benutzen wir so selten das wir ihn im Prinzip verkaufen sollten.


    Wir haben unsere Autobestände minimiert und fahren nur mehr mit einem Auto, einem Bus wegen dem Platz für Kinder und den Hunden.


    Nachhaltigkeit ist für die Zukunft betrachtet wichtig aber man darf sich deswegen z.B. wegen Umwelt auch nicht komplett verrückt machen.


    So wird bei uns der Müll getrennt und sortiert bevor er z.B. zum Verwertungshof gebracht wird. Viele kleine Dinge eben die man nebenbei machen kann. :)

    styleLogo.png

  • Danke euch für die ausführlichen Antworten. Ich erkenne das es mittlerweile vielen Menschen so geht wie mir? Viele fühlen sich von der Regierung im Stich gelassen das merkt man dieser Tage recht deutlich. Was viele denken wird jetzt oftmals öffentlich debattiert. Tia hat ja schon ein paar Punkte genannt und ich denke das jeder damit sinnvoll beraten ist etwas für sich und die Umwelt zutun. Leider sind Edelmetalle was die Umwelt betrifft nicht nachhaltig. Es ist also schade das man diese Wege fasst schon gehen muss? Wie auch immer, Sparsamkeit ja, aber nicht auf Teufel komm raus. glg

    styleLogo.png

  • Vor etwa zwei Jahren im Spielzeugladen


    Meine Tochter (5 Jahre) : „ Das da hätt ich gerne!“

    Ich: „Das ist leider etwas zu teuer.“

    Meine Tochter: „Dann musst du wohl mehr arbeiten!“

    Ich: „Hm...das könnte ich natürlich machen. Nur, wenn ich mehr arbeite, bist du mittags nicht bei mir, sondern in der KiTa.“

    Meine Tochter: „OH....Dann will ich es doch nicht haben.“

    Braves Kind.


    Noch klappt das.

    Ob sie das auch noch denkt, wenn sie ein Auto haben oder auf die Malediven fliegen will, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.


    Jetzt ist meine Tochter in der Schule und wann immer sie einen freien Tag hat, (Pädagogischer Tag oder Ausgleichstag oder, oder) bin ich „krank“ und mit ihr entweder im Schwimmbad, oder im Zoo oder aber im Wald.

    Das klappt nicht immer, aber sehr häufig.

    Denn diese Zeit kommt nie wieder.

    Und solange meine Tochter noch mit mir ins Schwimmbad gehen möchte, werde ich das gerne tun.

    Es dauert nicht mehr lange, dann ist das vorbei.

    Aber dann kann ich sagen, ich habe mir diese Zeit genommen und genossen.


    Und die ist mit keinem Geld und Gold der Welt zu bezahlen.

    Wie sagte es der "Papst" kürzlich in seinem Blog: Vergesst mir nicht zu leben.


    In diesem Sinne

    LG M


  • Deutschlands erste Pfandleihschule, jetzt nachschauen ...
  • Noch klappt das.

    Ob sie das auch noch denkt, wenn sie ein Auto haben oder auf die Malediven fliegen will, wage ich ernsthaft zu bezweifeln.

    Mir fällt in der letzten Zeit immer mehr auf, wie im Allgemeinen und auch in meinem Freundeskreis, das Anspruchsdenken der Kinder und Jugendlichen immer schlimmer wird. Als ich vor ein paar Jahren 18 geworden bin, war es bei mir im Freundeskreis und Schulklasse gang und gebe ein Auto zum 18. Geburtstag zu bekommen. Noch viel schlimmer fand ich allerdings, dass es die Meisten für selbstverständlich angesehen haben. Das ist jetzt nur mal ein Beispiel, aber es gibt noch viele andere Punkte die ich aufzählen könnte.

    Ich weiß, das war jetzt etwas Off-Topic, aber dennoch einen Gedanken wert.

    LG

    Lukrem :)

  • Nein, ist es nicht. Genau darum geht es... Hau in die Tasten.

    Vielleicht sollte ich erst einmal meine Sichtweise dazu verdeutlichen.


    Seitdem ich eigenständig handel und mich selber um finanzielle Dinge kümmere, habe ich mich bereits sehr häufig Gedanken über das Thema gemacht.

    Über meine finanziellen Voraussetzungen kann ich nicht klagen, nehme es dennoch nicht als Selbstverständlichkeit hin und fordere mit Sicherheit nicht nur. Das ist einfach mein Natural und so wurde ich auch erzogen.

    Dennoch ist man zu Anfang recht unerfahren (was Geld anbelangt) und muss viele Erfahrungen teuer bezahlen, was ich an sich nicht unbedingt für negativ ansehe. Mit der Zeit versteht man nach und nach immer mehr Zusammenhänge - Vorausgesetzt man beschäftigt sich mit dem Thema.

    Ich achte natürlich auch auf meine Ausgaben, möchte allerdings auf gewisse Sachen auch nicht verzichten. Möglichst viele Strecken mit dem Rad zu bestreiten ist auch mein Ziel, jedoch erwische ich mich ab und zu dann doch beim Auto fahren ^^ Als Konsumjunkie würde ich mich dennoch niemals beschreiben, dafür denke ich dann doch zu verantwortungsvoll (glaube ich zumindest ^^).

    LG

    Lukrem :)

  • Frugalismus - Bewusst Geld ausgeben!


    Frugalismus für Anfänger - Teil 1 - Bestandsaufnahme u. Inventur - Frugalist Kurs



    Frugalismus für Anfänger - Teil 2 - Essen u. Trinken - Frugalisten Kurs



    Frugalismus für Anfänger - Teil 3 - Kleidung u. Wohnen - Frugalisten Kurs



    Frugalismus für Anfänger - Teil 4 - Mobilität und Gesundheit - Frugalisten Kurs



    Frugalismus für Anfänger - Teil 5 - Geldanlage und Ziele - Frugalisten Kurs